Schneeschuhtour in der Silvretta an Fastnacht 2011
Nichts als Sonne und super Schnee
Text: von Eckhard Klinkhammer
Für uns (Eckhard und Ingrid) begann die Fahrt in die Silvretta bereits einen Tag früher. Freitagmorgens noch auf dem Flughafen in Palma, nachmittags ein kurzer Stopp zu Hause, Ausrüstung und Rucksack in den Kofferraum und weiter nach Wadrill zu Elisabeth und Manfred. Dort wurden wir wie immer sehr gastfreundlich aufgenommen.
Samstag, 05.03.2011
Nachdem Elisabeth II. hinzugekommen und alle Sachen verstaut waren, ging es pünktlich um 6.30 Uhr los Richtung Autobahn. Unterwegs stieg noch Herbert zu. Zunächst ging es recht zügig bis Pforzheim. Dann folgten Staus, stopp and go, alle Welt schien auf der Flucht vor Karneval zu sein. Das hatten wir auf früheren Fahrten so noch nicht erlebt. Aus Sorge, nicht pünktlich die letzte Seilbahnfahrt um 16 Uhr zu erreichen, verzichteten wir auf einen Kaffeestopp. Wir malten uns schon eine Nacht im Biwaksack aus und zählten unsere Essensvorräte durch. Irgendwann war dann der Spuk vorbei, und wir erreichten gegen 15 Uhr die Talstation in Partenen. Die Seilbahn brachte uns samt Gepäck nach oben aber ohne Manfred, der noch auf der Suche nach einem Dauerparkplatz war. Oben wurden wir von den so genannten Tunnelbussen in Empfang genommen. Gepäck aufladen, einsteigen und wieder ohne Manfred weiter, so sehr sich Elisabeth auch dafür einsetzte auf Manfred zu warten. Die Busfahrer hatten keine Zeit, schnell, schnell, es mussten schließlich noch 200 Menschen ins Tal runter. Wir fuhren Richtung Tunnel und los ging es in die enge Röhre. Mit gefühlten 100 Stundenkilometern, rechts und links ein paar Zentimeter vom Felsen entfernt, fuhr uns der Tunnelbus zum Madlener Haus. Per Handy hatte ich Manfred Bescheid gegeben und nachgefragt, wo er eigentlich steckt. Am Madlener Haus angekommen, genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen, bis dann auch Manfred eintraf. Das Haus war zum Bersten voll. Ein Brautpaar hatte die Idee gehabt, ihre Hochzeit in der Hütte nachzufeiern.
Bis zum Abendessen war nicht mehr viel Zeit, und so drehten wir ohne Schneeschuhe noch eine kleine Erkundungstour.
Zum Abendessen wurden wir aus Mangel an Platz mit noch vielen anderen im Schulungsraum untergebracht. Dem Hüttenwirt ein großes Lob, trotz Hochbetrieb lief alles wie am Schnürchen. Zur allgemeinen Überraschung waren unsere Nachbarn beim Essen auch drei Saarländer mit einem befreundeten französischen Ehepaar. So waren wir Eifler links und rechts von Saarländern eingerahmt.
Sonntag, 06.03.2011
Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es pünktlich um 8.30 Uhr mit Schneeschuhen und auch sonst komplett ausgerüstet Richtung Wiesbadener Hütte
Eine Besonderheit war, dass wir auf dem Grund des Stausees gingen. Wegen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen an der Staumauer war das Wasser abgelassen worden.
Nach drei Stunden Gehzeit erreichten wir die Wiesbadener Hütte und wurden von zwei fröhlichen Mädchen, die in der Tatra zu Hause sind, empfangen. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir Rast. Anschließend ging es zurück Richtung Stausee und Elisabeth I. und Ingrid kehrten zum Madlener Haus zurück, um die letzten Sonnenstrahlen bei einem Cappuccino einzufangen. Der Rest der Gruppe machte noch einen Abstecher in das Seitental.
Am Abend war es in der Hütte wesentlich ruhiger, und wir verbrachten mit unseren neuen Bekannten einen gemütlichen Abend.
Montag, 07.03.2011
Unser heutiges Ziel war die Saarbrückener Hütte in 2445 m. In der Nacht war Wind aufgekommen, den hatten wir aber zum Glück im Rücken. Unser Weg führte am Hang entlang in nördlicher Richtung, bis wir auf den Normalweg vom Vermuntstausee trafen. Auf dem Anstiegsweg zur Hütte setzten wir unsere Wanderung fort.
Auf dem Programm stand auch der Umgang mit dem Lawinensuchgerät und der Sonde. Wie es sich anhört, wenn der Schnee sich setzt, hatten wir kurz vorher zu hören bekommen.
Auf der Saarbrückener Hütte gab es eine ausgedehnte Mittagspause mit anschließendem Sonnenbad. Auf einer parallelen Route, hinab durch steile Schneehänge, ging es zurück zum Madlener Haus. Hier setzten wir das Sonnenbad fort.
Elisabeth I, II und ich hatten im Gespräch herausgefunden, dass wir uns mit Yoga befassen. Es dauerte nicht lange und wir machten beide im Gastraum der Hütte den Sonnengruß und die acht Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule.
Nach dem Abendessen gab es eine Überraschung. Ein junger Gast, der Akkordeon spielen konnte, gab sein Bestes und erhielt den Applaus der Gäste.
Dienstag, 08.03.2011
Technischer Zwischenfall an der steilen Flanke der Sonntagsspitze.
An diesem Tag gingen wir bis zum Ende des Stausees gemeinsam. Dann teilten sich unsere Wege. Elisabeth I. und Ingrid hatten sich entschlossen, heute keine lange Tour zu machen. Sie wollten lieber noch einmal die netten Mädchen von der Wiesbadener Hütte besuchen.
Mit der strengen Auflage von Manfred, ja nicht den gewalzten Fahrweg, der mit Holzpfählen abgegrenzt war, zu verlassen, machten sie sich auf den Weg.
Unser Weg führte ins Kloster-Tal bergauf in Richtung Sonntagspitze. Beim Aufstieg durch den steilen Südhang nutzten wir aus Bequemlichkeitsgründen die Spur der Skitourengeher. Ein hinter uns her steigender Bergführer kritisierte unser Verhalten und meinte, wir würden die ganze Spur mit unseren Tretern zerstören: „Wenn ihr nicht die Kraft habt, eine eigene Spur zu legen, gibt es auch schöne Wege im Tal“. Ohne Regung haben wir seine Worte zur Kenntnis genommen und gingen weiter.
Auf der Sonntagsspitze angekommen, bot sich uns ein herrliches Panorama mit einer Sicht von über 50 km und mehr. So schön kann es auf der Sonntagsspitze sein, auch wenn man sie dienstags besteigt.
Beim Abstieg kam es dann zu einer heiklen Situation. Die Achse von Elisabeths Schneeschuh war gebrochen. Jetzt war im steilen Firnhang kein sicheres Gehen mehr möglich. Schon gleich meisterte Manni die Situation und reparierte den Schneeschuh mit einem Minikarabiner. Unterwegs mussten wir zwar nochmals nachbessern, aber Elisabeth ist, wenn auch mit etwas Herzklopfen, heil vom Berg und gut zurück zum Madlener Haus gekommen.
Am Madlener Haus trafen wir uns wieder zum abendlichen Sonnenbad. Nach dem Abendessen erzählte uns der saarländische Bergsteiger zur besonderen Freude von Herbert seine teils abenteuerlichen Bergerlebnisse. Dass er schon mal unter eine Lawine geraten und beim Klettern abgestürzt war ...
Mit ein paar Bier und Schnäpsen ging der Abend schnell vorbei. Packen war angesagt. Morgen ging es nach Hause.
Mittwoch,09.03.2011
Der Abreisetag war gekommen. Mit dem Tunnelbus ging es zurück. Alle sind wir heil und glücklich im Saarland angekommen.
Manni, Danke für die schöne Tour!
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